Was wiegt ein Dachziegel? Gewicht pro Stück & m² (Tabelle)

September 26, 2026
Dach & Fassade, Dach

Dachziegel Gewicht pro m²: Ton, Beton und Schiefer im Vergleich

Übliche Tondachziegel wiegen je nach Modell etwa 35 bis 50 Kilogramm pro Quadratmeter Dachfläche, Betondachsteine etwa 40 bis 50 Kilogramm. Deutlich schwerer ist eine Biberschwanz-Doppeldeckung mit rund 60 bis 80 Kilogramm, deutlich leichter ein Blechdach mit unter 10 Kilogramm.

Die kurze Antwort: Zwischen Ton und Beton liegen beim Gewicht keine Welten, die Werte überschneiden sich stark. Entscheidend ist das konkrete Modell und die Deckart, also wie viele Ziegel pro Quadratmeter liegen. Wer die Eindeckung wechselt, sollte das neue Gewicht mit dem alten vergleichen. Wird das Dach schwerer, etwa beim Wechsel von Blech oder Faserzement auf Ziegel, muss die Statik des Dachstuhls geprüft werden.

35 bis 50 kg
Tondachziegel pro m²
40 bis 50 kg
Betondachsteine pro m²
60 bis 80 kg
Biberschwanz Doppeldeckung
5 bis 10 kg
Blechdach pro m²

Wie schwer sind die gängigen Dacheindeckungen?

Die Tabelle zeigt typische Spannen für die reine Eindeckung ohne Lattung, Unterdeckung und Dämmung. Die genauen Werte stehen im Datenblatt des jeweiligen Modells. Sie weichen je nach Hersteller und Form spürbar voneinander ab.

EindeckungGewicht pro m²Stück pro m²Gewicht pro Stück
Tondachziegel, Falzziegel35 bis 50 kg10 bis 153 bis 4,5 kg
Betondachstein40 bis 50 kg9,5 bis 114 bis 5 kg
Biberschwanz, Doppeldeckung60 bis 80 kg32 bis 381,8 bis 2,3 kg
Naturschiefer25 bis 45 kgje nach Deckartstark unterschiedlich
Faserzementplatten15 bis 25 kgje nach Formatje nach Format
Bitumenschindeln10 bis 15 kgBahnenentfällt
Stahl- oder Aluminiumblech5 bis 10 kgBahnen oder Tafelnentfällt

Dazu kommt das Gewicht von Lattung und Konterlattung, meist einige Kilogramm pro Quadratmeter. Bei einer Aufsparrendämmung liegt zusätzlich die Dämmschicht auf den Sparren. Wie diese aufgebaut ist, erklärt der Beitrag zur Aufsparrendämmung.

Ist Beton schwerer als Ton?

Nicht grundsätzlich. Ein einzelner Betondachstein ist oft etwas schwerer als ein vergleichbarer Tonziegel. Auf den Quadratmeter gerechnet liegen beide aber in einer ähnlichen Spanne, weil großformatige Betonsteine mit weniger Stück pro Quadratmeter auskommen. Es gibt leichte Tonziegel, die spürbar unter 40 Kilogramm bleiben, und schwere Tonmodelle, die an 50 Kilogramm heranreichen.

Wer nur wegen des Gewichts zwischen Ton und Beton wählt, entscheidet also selten richtig. Wichtiger sind Optik, Haltbarkeit der Oberfläche und Preis. Den ausführlichen Vergleich beider Materialien findest du im Artikel Dachziegel oder Dachsteine.

Warum spielt das Gewicht für die Statik eine Rolle?

Der Dachstuhl trägt das Gewicht der Eindeckung dauerhaft. Hinzu kommen Schnee, Wind und bei Bedarf eine Solaranlage. Ein Tragwerksplaner bemisst Sparren, Pfetten und Verbindungen auf genau diese Lasten.

Zur Einordnung: Ein Satteldach mit 150 Quadratmetern Dachfläche trägt bei 45 Kilogramm pro Quadratmeter rund 6,75 Tonnen Ziegel. Bei einer Biberschwanz-Doppeldeckung mit 70 Kilogramm sind es schon 10,5 Tonnen. Dieser Unterschied ist für einen Dachstuhl erheblich.

  • Schneelast: Sie hängt von der Region und der Höhenlage ab und kann das Gewicht der Ziegel deutlich übersteigen. In schneereichen Gebieten sind Dachstühle entsprechend kräftiger.
  • Solaranlage: Module mit Unterkonstruktion bringen grob 12 bis 20 Kilogramm pro Quadratmeter zusätzlich.
  • Alter Dachstuhl: Holz kann durch Schädlinge, Feuchtigkeit oder frühere Umbauten geschwächt sein. Dann reicht die ursprüngliche Reserve nicht mehr.

Schnee auf dem Dach ist nicht nur eine Frage der Statik. Wann Schneefanggitter nötig sind, erklärt der Beitrag Schneefanggitter: Wann sie Pflicht sind.

Wie findest du das Gewicht deiner vorhandenen Ziegel heraus?

Bevor du eine neue Eindeckung planst, brauchst du den Ausgangswert. Oft weiß niemand mehr genau, welches Modell auf dem Dach liegt. Mit etwas Detektivarbeit findest du es trotzdem heraus.

  • Prägung auf der Rückseite: Viele Ziegel tragen Herstellername, Werk oder Modellbezeichnung. Ein loser Ziegel auf dem Dachboden oder in der Garage reicht dafür.
  • Selbst wiegen: Einen Ziegel auf die Küchenwaage legen und mit der Stückzahl pro Quadratmeter multiplizieren. Die Stückzahl ermittelst du, indem du die Reihen auf einem Meter Dachlänge zählst.
  • Bauunterlagen: In alten Statiken oder Baubeschreibungen ist die Eindeckung oft mit Gewicht angegeben.
  • Dachdecker fragen: Erfahrene Betriebe erkennen gängige Modelle auf einen Blick und kennen die Datenblätter.

Die selbst ermittelte Zahl ist ein guter Anhaltspunkt für das Gespräch mit Dachdecker und Statiker. Für eine verbindliche Aussage zur Tragfähigkeit reicht sie allein nicht aus.

Was passiert beim Wechsel der Eindeckung?

Bei einer Neueindeckung stellt sich die Gewichtsfrage fast immer. Drei Fälle sind typisch.

  1. Gleiches Gewicht: Von Betondachstein auf einen ähnlich schweren Tonziegel ist in der Regel unkritisch. Ein Dachdecker vergleicht die Datenblätter.
  2. Leichter: Der Wechsel auf Blech oder leichte Ziegel entlastet den Dachstuhl. Ein leichtes Dach braucht aber ausreichend Befestigung gegen Windsog.
  3. Schwerer: Von Faserzement, Bitumen oder Blech auf Ziegel, oder von Falzziegeln auf Biberschwanz, sollte immer ein Tragwerksplaner die Statik prüfen. Oft reichen Verstärkungen einzelner Sparren.

Beim Flachdach sieht die Rechnung anders aus. Dort kommen Kies oder eine Dachbegrünung als Last dazu, die schnell schwerer sind als jede Ziegeldeckung. Wer ein Flachdach saniert, findet Hinweise im Beitrag Flachdach abdichten.

Die Neueindeckung ist oft der Moment, an dem auch der Dachstuhl genauer angesehen wird. Was ein neues Dach insgesamt kostet, zeigt der Artikel Dach neu decken: Was kostet ein neues Dach?.

Wer prüft die Statik und was kostet das?

Die statische Prüfung übernimmt ein Tragwerksplaner, meist ein Bauingenieur. Er sieht sich den Dachstuhl an, nimmt Maße und rechnet nach, ob die neue Last getragen wird. Für ein Einfamilienhaus liegen die Kosten für eine einfache Nachweisrechnung grob bei 500 bis 1.500 Euro. Sind Verstärkungen nötig, kommen Zimmererarbeiten dazu.

Diese Kosten sind gut investiert. Ein überlasteter Dachstuhl zeigt sich oft erst nach Jahren durch durchhängende Sparren, Risse im Innenputz oder klemmende Dachfenster. Die Reparatur ist dann deutlich teurer. Gehört ein kompletter Umbau zur Planung, hilft der Überblick zur Dachsanierung mit Kosten und Ablauf.

Häufige Fragen

Wie viel wiegt ein einzelner Dachziegel?

Ein Falzziegel aus Ton wiegt meist 3 bis 4,5 Kilogramm, ein Betondachstein 4 bis 5 Kilogramm. Ein Biberschwanz ist mit rund 2 Kilogramm leichter, dafür liegen deutlich mehr Stück pro Quadratmeter.

Wie viele Dachziegel brauche ich pro Quadratmeter?

Bei gängigen Falzziegeln 10 bis 15 Stück, bei großen Betonsteinen etwa 10 Stück. Biberschwanz in Doppeldeckung braucht über 30 Stück. Der genaue Bedarf steht im Datenblatt des Modells.

Kann ich ein Blechdach durch Ziegel ersetzen?

Oft ja, aber nur nach statischer Prüfung. Ziegel wiegen ein Vielfaches von Blech. Der Dachstuhl muss diese Last dauerhaft tragen, eventuell sind Verstärkungen nötig.

Zählt die Dachneigung beim Gewicht mit?

Die Angaben beziehen sich auf die Dachfläche, nicht auf die Grundfläche. Ein steiles Dach hat mehr Fläche und damit mehr Gewicht. Der Statiker rechnet das mit der Neigung um.

Sind nasse Dachziegel schwerer?

Ja, etwas. Tonziegel nehmen je nach Brand und Oberfläche einige Prozent Wasser auf. In der Statik ist dieser Effekt über die angesetzten Lasten und Sicherheiten berücksichtigt.

Stand: September 2026. Gewichte sind typische Spannen, verbindlich sind die Datenblätter der Hersteller.

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