Fassade streichen: Kosten pro m² & Anleitung
Eine frische Fassade schützt Ihr Haus nicht nur vor Wind und Wetter, sondern wertet die gesamte Immobilie optisch auf. Doch bevor der erste Pinselstrich fällt, stellt sich die zentrale Frage: Was kostet es, eine Fassade streichen zu lassen? In diesem Ratgeber erfahren Sie die konkreten Kosten pro Quadratmeter, welche Faktoren den Preis beeinflussen, welche Fassadenfarbe zu Ihrem Haus passt und wie Sie beim Streichen in Eigenleistung Schritt für Schritt vorgehen.
Was kostet es, eine Fassade streichen zu lassen?
Wenn Sie einen Fachbetrieb beauftragen, sollten Sie grob mit 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter rechnen. In diesem Richtwert sind sowohl das Material als auch die Arbeitskosten sowie das benötigte Gerüst enthalten. Die konkrete Summe hängt stark vom Zustand der Fassade, der Höhe des Gebäudes und der gewählten Farbe ab.
Zur groben Orientierung lassen sich die Kosten so aufschlüsseln:
- Materialkosten (Farbe, Grundierung): etwa 3 bis 12 Euro pro m²
- Arbeitskosten (Streichen durch Fachbetrieb): etwa 15 bis 30 Euro pro m²
- Gerüst (Auf- und Abbau, Miete): etwa 6 bis 12 Euro pro m²
- Vorarbeiten (Reinigen, Ausbessern, Grundieren): je nach Zustand 5 bis 20 Euro pro m²
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit rund 150 Quadratmetern Fassadenfläche ergeben sich damit Gesamtkosten von etwa 4.500 bis 9.000 Euro. Bei stark verwitterten oder aufwendig zu bearbeitenden Fassaden kann der Preis auch darüber liegen. Streichen Sie hingegen in Eigenleistung, reduzieren sich die Kosten deutlich – dann zahlen Sie im Wesentlichen nur Material, Werkzeug und die Gerüstmiete.
Bitte beachten Sie: Alle genannten Preise sind Richtwerte. Für eine verlässliche Kalkulation empfiehlt es sich immer, mehrere Angebote von regionalen Fachbetrieben einzuholen und vor Ort besichtigen zu lassen.
Welche Faktoren beeinflussen den Preis?
Warum schwanken die Kosten pro Quadratmeter so stark? Der Endpreis setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, die von Haus zu Haus unterschiedlich ausfallen. Die wichtigsten Kostenfaktoren im Überblick:
Fassadenfläche und Gebäudehöhe
Je größer die zu streichende Fläche, desto höher fallen zwar die Gesamtkosten aus – der Preis pro Quadratmeter sinkt jedoch oft, weil sich Fixkosten wie der Gerüstaufbau auf mehr Fläche verteilen. Ein mehrgeschossiges Haus benötigt zudem ein höheres und aufwendigeres Gerüst, was die Kosten wieder steigen lässt.
Zustand und Untergrund der Fassade
Ein intakter, sauberer Untergrund lässt sich schnell streichen. Sind hingegen Risse im Putz, abblätternde Altanstriche, Algen oder Moos vorhanden, steigt der Aufwand erheblich. Solche Schäden müssen vor dem Anstrich fachgerecht beseitigt werden. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zum Außenputz ausbessern.
Gerüst
Für Arbeiten in der Höhe ist ein Gerüst unverzichtbar. Die Kosten hängen von der Fläche, der Standdauer und der Zugänglichkeit ab. Als Faustregel gelten 6 bis 12 Euro pro Quadratmeter Gerüstfläche. Ein einmal aufgebautes Gerüst können Sie sinnvoll nutzen, um weitere Arbeiten wie eine Fassadensanierung gleich mit erledigen zu lassen.
Farbtyp und Qualität
Hochwertige Fassadenfarben mit langer Haltbarkeit, Selbstreinigungseffekt oder Algenschutz kosten mehr als einfache Dispersionsfarben. Die Mehrkosten zahlen sich jedoch häufig aus, weil der Anstrich länger hält und Sie seltener nachstreichen müssen.
Welche Fassadenfarbe ist die richtige?
Die Wahl der Farbe entscheidet über Optik, Haltbarkeit und Schutz Ihrer Fassade. Drei Farbtypen sind besonders verbreitet, jeder mit eigenen Stärken:
- Silikatfarbe: Besonders diffusionsoffen und langlebig. Sie verbindet sich chemisch mit mineralischen Untergründen wie Kalk- oder Zementputz und ist von Natur aus resistent gegen Algen und Pilze. Ideal für mineralische Altbaufassaden.
- Silikonharzfarbe: Der Allrounder unter den Fassadenfarben. Sie ist wasserabweisend, gleichzeitig atmungsaktiv und hält Schmutz und Feuchtigkeit gut fern. Für nahezu alle Untergründe geeignet.
- Dispersionsfarbe: Preisgünstig und einfach zu verarbeiten. Sie bildet eine widerstandsfähige Oberfläche, ist aber weniger diffusionsoffen. Gut geeignet für bereits gestrichene, tragfähige Untergründe.
Welche Farbe die beste Wahl ist, richtet sich vor allem nach dem Untergrund. Auf mineralischem Putz spielt Silikatfarbe ihre Stärken aus, während Silikonharzfarbe die flexibelste Lösung für die meisten modernen Fassaden darstellt. Im Zweifel berät Sie ein Fachbetrieb, welches Produkt zu Ihrem Haus passt.
Wie streiche ich meine Fassade selbst? Die Anleitung
Wenn Sie handwerklich geschickt sind und die Höhe überschaubar bleibt, können Sie Ihre Fassade auch selbst streichen und dabei ordentlich sparen. So gehen Sie Schritt für Schritt vor:
Schritt 1: Fassade reinigen
Entfernen Sie zunächst losen Schmutz, Staub, Algen und Moos. Bei starker Verschmutzung hilft ein Hochdruckreiniger mit niedrigem Druck. Achten Sie darauf, dass die Fassade anschließend vollständig durchtrocknet, bevor Sie weiterarbeiten.
Schritt 2: Risse und Putz ausbessern
Prüfen Sie die Fassade auf Risse, Löcher und lose Putzstellen. Diese sollten Sie mit geeignetem Reparaturmörtel oder Spachtelmasse verschließen. Ein sauberer, tragfähiger Untergrund ist die Grundvoraussetzung für ein gleichmäßiges und haltbares Ergebnis.
Schritt 3: Grundierung auftragen
Eine passende Grundierung (auch Tiefengrund genannt) festigt saugende oder sandende Untergründe und sorgt dafür, dass die Farbe später besser haftet. Tragen Sie die Grundierung gleichmäßig auf und lassen Sie sie gemäß Herstellerangabe trocknen.
Schritt 4: Zweimal streichen
Tragen Sie die Fassadenfarbe in zwei Durchgängen auf. Arbeiten Sie mit Rolle und Pinsel Bahn für Bahn, damit keine Ansätze sichtbar bleiben. Lassen Sie den ersten Anstrich vollständig trocknen, bevor Sie die zweite Schicht auftragen. Zwei Schichten sorgen für eine gleichmäßige Deckkraft und eine längere Haltbarkeit.
Schritt 5: Das Wetter beachten
Das richtige Wetter ist beim Fassadenanstrich entscheidend. Streichen Sie nur bei Temperaturen zwischen 8 und 25 °C und trockener Witterung. Vermeiden Sie Regen, Frost und pralle Sonne – bei zu hoher Hitze trocknet die Farbe zu schnell an und lässt sich nicht sauber verarbeiten. Ein bewölkter, milder Tag ist ideal.
Wann sollte ich einen Fachbetrieb beauftragen?
So verlockend die Ersparnis durch Eigenleistung auch ist – nicht jede Fassade eignet sich für den Anstrich in Eigenregie. In folgenden Fällen sollten Sie einen Profi beauftragen:
- Große Höhe: Bei mehrgeschossigen Gebäuden sind Arbeiten auf einem hohen Gerüst mit erheblichem Risiko verbunden.
- Gerüstbau: Ein Gerüst muss fachgerecht und standsicher aufgebaut werden – hier ist Sicherheit oberstes Gebot.
- Schwieriger Untergrund: Bei starken Schäden, feuchten Wänden oder unklarer Untergrundbeschaffenheit ist Fachwissen gefragt.
- Zeit und Aufwand: Eine komplette Fassade zu streichen ist körperlich anstrengend und zeitintensiv.
Ein Fachbetrieb bringt nicht nur die passende Ausrüstung und Erfahrung mit, sondern übernimmt auch die Gewährleistung für seine Arbeit. Gerade in Sachen Arbeitssicherheit bei Höhenarbeiten ist die Beauftragung eines Profis dringend zu empfehlen.
Fazit: Gut geplant zur neuen Fassade
Das Streichen der Fassade ist eine lohnende Investition in den Werterhalt und die Optik Ihres Hauses. Mit rund 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter durch einen Fachbetrieb kalkulieren Sie realistisch, während Sie in Eigenleistung deutlich sparen können. Entscheidend für ein dauerhaft schönes Ergebnis sind die richtige Fassadenfarbe, eine gründliche Vorbereitung des Untergrunds und das passende Wetter. Ob Sie selbst zum Pinsel greifen oder einen Profi beauftragen – mit einer guten Planung strahlt Ihre Fassade viele Jahre lang. Holen Sie am besten mehrere Angebote ein und lassen Sie sich fachkundig beraten, damit Ihr Projekt ein voller Erfolg wird.
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